Wie eine Doku Schlimmeres verhinderte und warum sich ein britischer Film gegen das Gesetz stellte

Ein Schmetterling fliegt vor einem Regenbogen und Tauben schönen Dingen!
Illustration: Kirschkunst

Wir haben es in der vergangenen Folge versprochen: Diesmal wollen wir es positiver angehen! Deshalb erzählen wir in dieser Episode zwei Geschichten über Filme, die einen positiven Effekt auf die Gesellschaft hatten.

Na gut, wir wollen ehrlich sein. Bei Victim, einem Film aus dem Jahr 1961, kann man streiten, wie fortschrittlich das Bild von homosexuellen Menschen noch ist, das der Film vermittelt. In der Zeit in der er entstanden ist, war es vielen Verantwortlichen allerdings zu fortschrittlich. Man solle doch “solches Verhalten” besser nicht auf der Leinwand zeigen. Der Film löste eine Welle der Empörung aus und war damit ein wichtiger Schritt der Befreiung in der Darstellung von Menschen mit einer Lebenswirklichkeit, die nicht dem heterosexuellen Familienbild des Großbritanniens der 60er Jahre entsprach. Für viele von ihnen war die Veröffentlichung des Films damals ein kleiner Befreiungsschlag – auch wenn Victim zugegebenermaßen schlecht gealtert ist.

Anderer Kontinent, anderes Thema, andere Geschichte. Lucas nimmt uns mit in die Vereinigten Staaten der 70er Jahre. Harlan County, ein Landkreis im Südstaat Kentucky, ist vor allem für zwei Dinge bekannt: Den Kohlebergbau und die blutigen Streiks wegen der verheerenden Arbeitsbedingungen in selbigem während der 30er Jahre, die fast eine ganze Dekade dauerten. Seither hat sich für die Bergleute nur wenig verbessert und deswegen steht Harlan County 1973 wieder ein großer Streik bevor. Diesmal jedoch ist das junge Filmteam um die Regisseurin Barbara Kopple vor Ort, das den Kampf der Minenarbeiter und ihrer Familien mehrere Monate lang begleiten wird. Ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen. Mehrmals wurde das Team (und die Streikenden natürlich auch) von Streikbrechern bedroht, angegriffen und sogar beschossen. Dabei heraus kommt allerdings eine Doku, die nicht nur einen Oscar gewinnt, sondern wahrscheinlich sogar Schlimmeres verhindert hat.

Shownotes

Warum britischer Film sich gegen das Gesetz stellte

History Today: Shifting Attitudes on Homosexuality

The Telegraph: Victim: gay rights, censorship battles, and the film that almost wrecked Dirk Bogarde’s career

Alan Burton: Text and Context

Bzzfeed: This Is What It Was Like To Go To Jail In England Just For Being Gay

YouTube: Victim 1961 (Inoffiziell)

Wie eine Doku Schlimmeres verhinderte

Criterion: Harlan County USA: No Neutrals There.

JUMP CUT: Harlan County, USA – The miners’ struggle

Ohio Valley Resource: “Bloody Harlan” Revisited: Blackjewel Miners Draw On Labor History While Facing Uncertain Future

RADICAL AMERICA: Volume II, Number 2, March-April 1977.

Parallel Narratives: Remembering Bloody Harlan

Kentucky Monthly: The Price of Coal

YouTube: Harlan County, USA 1976 (Inoffiziell)

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