Konservative Weltbilder

In dieser Episode vom Filmmagazin geht es um Konservatismus.
Illustration: Kirschkunst

Wer liebt sie nicht? Die einzig wahre und gute Familie, bestehend aus einem Mann (der selbstverständlich für’s Geld verdienen zuständig ist), einer Frau (die selbstverständlich die Kinder erzieht und den Haushalt schmeißt) und zwei wohlerzogenen Kindern (die selbstverständlich ein Junge und ein Mädchen sind). Diese konservative Traumvorstellung hat mit der Realität der meisten Menschen nicht viel zu, propagieren und idealisieren kann man sie trotzdem – gerade in großen Hollywood-Blockbustern. In dieser Episode gehen wir gemeinsam mit Euch auf die Suche nach solchen konservativen Weltbildern im amerikanischen Kino.

Konservative Bilder stecken in vielen Filmen

Wer seine Lieblingsfilme nicht hinterfragen möchte, sollte diese Folge besser nicht hören. Denn auch in vermeintlich (und in Teilen tatsächlich) progressiven Filmen stecken konservative Narrative. Das hat natürlich oft damit zutun, dass gerade Hollywood-Filme so gut wie nie das Produkt eines einzelnen (vermeintlich) genialen Masterminds sind, sondern immer die Leistung eines großen (im Idealfall diversen) Teams.

Martin hat sich für das Filmmagazin ein paar solcher Blockbuster wieder angeschaut und ist auf Erstaunliches gestoßen. Zerstückelt werden von ihm zum Beispiel: The Dark Knight, Green Book oder Black Panther. Natürlich gibt es für diese Filme (wie für die meisten anderen auch) unterschiedliche Interpretationsansätze – doch bei dem ein oder anderen Film ergibt die konservative Lesart genau so viel Sinn, wie ein Bausparvertrag für einen weißen Mittelständler.

Hollywoods Sittenwächter – Der „Hays Code“

Nacktheit darf nicht gezeigt werden, kirchliche Würdenträger dürfen nicht als Bösewichte auftreten und auch über zu intensive Kuss-Szenen sollten geneigte Filmemacher*innen noch einmal nachdenken. Was heute sogar für erzkonservative Menschen angestaubt klingen dürfte, war von 1934 an bis in die späten 50er Jahre in Hollywood quasi gesetzt. „Quasi“ deswegen, weil es sich beim „Motion Picture Production Code“, wie der „Hays Code“ richtig heißt, eben nicht um Zensur handelte. Im Gegenteil. Der Code war eine von den großen Filmstudios sich selbst auferlegte Richtlinie, die einen staatlichen Eingriff in Form von Zensurgesetzen gerade verhindern sollte. Und das hat funktioniert. Wie genau – das erzählt Lucas im Podcast.

Linkliste – Shownotes

Zu Konservativen Bildern in Filmen

Wolfgang M. Schmitt über Superheldenfilme, Lieblingsfilme der Neuen Rechte und das Versagen der Filmkritik

Zeit-Artikel über den Boom des Glaubenskinos in den USA

Karl Mannheim über Konservatismus – Wissenssoziologie. Auswahl aus dem Werk

Vulture-Artikel über den Konservatismus in Green Book

Unsere Folge über Kapitalismuskritik

Zum „Hays Code“

Wikipedia: Motion Picture Production Code

Wikipedia: Will H. Hays

Lexikon der Filmbegriffe: Hays-Code

NPR: Remembering Hollywood’s Hays Code, 40 Years On

BPB: Weg zur Weltmacht 1898 bis 1945

Wikipedia: Roscoe Arbuckle

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