FLOP 10 Filme und Serien 2019

Unserer Film- und Serien- Negativ-Favoriten aus dem Jahr 2019

Auweia. Dieses Jahr hatte es wieder in sich. Wir haben einige Filme uns Serien gesehen, nein – sehen müssen, die man noch weniger braucht als Flöhe. Unser Service für Euch: Wir haben an dieser Stelle unsere Flop 10 Filme und Serien aufgeschrieben, damit Ihr zumindest gewarnt seid. Jeder von uns hat seine persönlichen Negativ-Favoriten gekrönt und eine kurze Meinung dazu aufgeschrieben. Wichtig: Dabei geht es nicht um Produktionen, die 2019 erschienen sind, sondern um Filme und Serien, die wir zum ersten Mal gesehen haben.

Star Wars Episode 9 – 2019 (Martin)

Je länger ich über Episode 9 – Der Aufstieg Skywalkers nachdenke, desto wütender werde ich. Hier funktioniert gar nichts. Vielleicht sind wir in ein paar Jahren schlauer, aber momentan sieht alles so aus, als ob es hinter den Kulissen massive kreative Differenzen gab. Teil neun der umsatzträchtigen Weltraumsaga ist vor allem damit beschäftigt, seinen direkten Vorgänger zu negieren, von Schauplatz zu Schauplatz zu hetzen und zur Nostalgie-Schelle auszuholen, um uns mit diesem ominösen Star-Wars-Gefühl ruhig zu stellen. Der Film erzählt uns, dass deine Herkunft nicht bestimmt, wer du bist, gleichzeitig aber auch, dass es irgendwie doch so ist. Schließlich prägen seit mehreren Jahrzehnten die gleichen zwei, drei Familien das Schicksal der Galaxis, weil Blutlinien dann doch darüber entscheiden, wer die potentesten Machtfähigkeiten bekommt. Lasst das alte Star Wars endlich sterben. Es ist Zeit für Neues.

Aladdin – 1992 (Lucas)

Die großen Disney-Klassiker haben ihre ganz eigene Anziehungskraft. Vor allem, wenn man mit ihnen aufgewachsen ist und sie als Kind immer gesehen hat. Hat man das nicht, gibt es Probleme. Das musste ich in diesem Jahr lernen, als ich zum ersten Mal einen der Filme nachgeholt habe. Ich schaue den König der Löwen wieder und bin begeistert, ich sehe Tarzan wieder und bin begeistert, ich sehe Aladdin und bin entsetzt. Der Film ist klischeebehaftet (ja genau so muss der „Orient“ wohl aussehen!!1!), deshalb rassistisch und dazu noch sexistisch (Jasmin ist übrigens erst 15?! Wtf). Eine queerfeindliche Szene hat man sich auch nicht verkneifen können. Also kurz gesagt: Nichts mehr für 2020. Dann doch lieber Frozen II.

Ohne Piece: Stampede – 2019 (Martin)

Eigentlich war es kein Wunder, dass mir One Piece: Stampede nicht gefallen hat. Die Filmauskopplung der langjährigen Anime-Serie will die Piratensaga nicht weiter- oder neu erzählen, sondern Fans ein paar wohlige Stunden mit ihren Lieblingsfiguren geben. Ich habe seit meiner Kindheit kein One Piece mehr gesehen und bin nur mit meinen Freunden ins Kino gegangen, um so eine Anime-Vorstellung selbst Mal mitzuerleben und zu überprüfen, ob mir One Piece immer noch gefallen könnte. So zumindest nicht, denn der Film hat gar kein Interesse an seinen Figuren und will nur möglichst viele Cameos in 101 Minuten pressen. Dabei gerät die simple Geschichte manchmal arg ins Straucheln und leiert ihre verschiedenen Handlungsstränge unmotiviert herunter. Da hilft dann auch die statische Action nicht, wo kaum gekämpft, aber viel gebrüllt wird. Aber was weiß ich schon?

American Crime Story: The Assassination of Gianni Versace – 2019 (Ilja)

Ich bin ein Fan von Crime-Geschichten und fand entsprechend die Inszenierung von The People vs. O.J. Simpson als Courtroom-Drama grandios. Die zweite Staffel, rund um die Ermordung eines Modeschöpfers, hat viel mehr Freiheiten und weiß sie doch nicht zu nutzen. Für mich war der Mord zu sehr im Hintergrund der ganzen Staffel und recht schnell abgehandelt. Im Mittelpunkt steht der Mörder Andrew Cunanan, der zwar unglaublich charismatisch von Darren Criss verkörpert wird, aber dafür habe ich nicht bezahlt. Ausgeschmückt wurde es mit vielen Rückblenden, die die zweite Staffel nicht spannender gemacht haben. Ich freue mich auf die nächste Staffel, die sich der Clinton-Lewinsky-Affäre widmen wird. Da ist sicherlich Einiges möglich.


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Godzilla 2 – 2019 (Lucas)

Ich fand den ersten Teil von Godzilla ziemlich gut. Zugegeben, ein lahmer, typischer White-Male-Soldier als Held und eine vorhersehbare Story. Aber immerhin hat es der Film geschafft, eine tolle Atmosphäre zu erzeugen und ein Effekt-Feuerwerk zu zünden, das sich gewaschen hat. Auch die Hintergrundgeschichte ergab irgendwie Sinn. Womit wir auch schon beim größten Problem des Nachfolgers sind: Er ergibt keinen Sinn. Eine hanebüchene Erklärung, warum plötzlich 209.387.746 gigantische Monster auf der Erde abchillen, die man vorher noch nie bemerkt hat (Achtung, die Hohlerde!!11!). Dazu kommt möglichst viel Regen und Dunkelheit, vermutlich um zu verbergen, dass man die Actionszenen nicht ganz zu Ende gerendert hat. Ich könnte mich noch an vielen anderen Dingen abarbeiten, aber schon die 132 Minuten, die der Film gedauert hat (inklusive After-Credit-Scene, die auf ein Sequel oder Spinn-Off schließen lässt – Gott bewahre!), waren genug Lebenszeitverschwendung.

Game of Thrones Staffel 8 – 2019 (Martin)

Nein, noch mehr Gründe, warum die finale Staffel von Game of Thrones schlecht ist, kann ich euch auch nicht geben. Das haben schon wesentlich schlauere Menschen vor mir in aller Länge gemacht. Die unzähligen Tweets, Reddit-Einträge und YouTube-Analysen über die vielen, vielen Fehler der letzten Folgen zeigen aber auch, was für ein singuläres Erlebnis Game of Thrones war. Für ein paar wenige Monate haben wir uns gemeinsam gewundert, geärgert und ins Kissen gebrüllt über sprunghafte Charakterentwicklungen und einen Fokus auf seltsam seelenloses Spektakel. Ungewollt erinnern uns die Macher*innen damit aber daran, warum die Fantasy-Serie einst so groß wurde. Es braucht keine 80-minütige Schlachtsequenz, um „episch“ zu sein. Es braucht keinen Twist aus dem Nichts, um mit den Erwartungen der Zuschauer*innen zu spielen. Es braucht eine gute Geschichte.

Mandy – 2018 (Ilja)

Im vergangenen Jahr ist ein kleiner Hype rund um diesen Film entstanden. Horror – gepaart mit einigen psychedelischen Substanzen und einer Prise Fantasy. Allein der Trailer machte damals viel Lust auf mehr. Den Streifen selbst konnte ich dann erst zu Hause nachholen. Leider. Nach zwei Stunden war ich so klug, wie zuvor. Vielleicht bin ich nicht der größte Horror-Fan (es kann auch an meinen fehlenden Erfahrungen mit LSD liegen), aber die Zeit hätte ich genauso gut auf einen Holzzaun starren können. Wahrscheinlich fand ich die gewagte Darstellung in Trailer-Kurzform so anziehend und habe mich verführen lassen. Man lernt ja aus seinen Fehlern.

Titans – 2019 (Lucas)

Uff. Schlechte Serien zu finden ist gar nicht so einfach. Na gut, das stimmt nicht ganz. Es ist sehr einfach. Sich allerdings zu zwingen, die schlechten Serien zu Ende zu schauen, um sich ein umfassendes Bild zu machen – das ist die wahre Schwierigkeit. Bei Titans habe ich mich durch die gesamte erste Staffel gequält, vor allem, weil ich das Batman-Universum toll finde. Titans allerdings ist wieder nur eine Superhelden-Serie, die versucht, mit einer mittelmäßigen Story und cheesy Effekten Geld über das Franchise einzuspielen. So wirkt es zumindest auf mich. Der Struggle der Figuren ist alles andere als real und auch die Grundmotivation der Hauptcharaktere erschließt sich nicht wirklich. Am Ende hat sich das Ganze doch zu einer Art guilty pleassure entwickelt und ich werde die zweite Staffel wohl wenigstens anfangen. Zum Abgewöhnen quasi.

Im Netz der Versuchung – 2019 (Martin)

Ich wollte es mit eigen Augen sehen. Bereits zur Veröffentlichung wurde Im Netz der Versuchung mit Häme und Unglaube überschüttet. Autor und Regisseur Steven Knight, der mit TabooNo Turning Back und Peaky Blinders bisher nur Gutes in seinem Portfolio hat, soll ein völlig surreales Machwerk abgeliefert haben. Und ja, sie haben alle recht. Der Film ist ein Kuddelmuddel der Ideen, will sexy Film Noir, aufregender Thriller und doppelbödige Black-Mirror-Folge sein – jedoch ohne irgendetwas von Substanz erzählen zu können. Matthew McConaughey stolpert als ein von einem Thunfisch besessener Angler (ja wirklich) durch einen Mystery-Plot voller Absurditäten. Besonders nachdem es den Zuschauern*innen ab der Hälfte dämmert, wie blutleer und schlichtweg dumm der Film ist, hilft auch der abstruse Plot-Twist nicht mehr weiter. Im Netz der Versuchung nimmt sich leider viel zu ernst, als dass man ihn als Trash-Koryphäe herumreichen könnte, um noch in Jahren über ihn zu lachen und zu wundern.

Captain Marvel – 2019 (Ilja)

Stell dir vor, du erschaffst über 20 Filme ein riesiges und vielfältiges Universum und denkst: Nun kann man auch mal (viel zu spät) Frauen ans Werk lassen. Hauptdarstellerin, aber auch die Regie und Musik sind weiblich besetzt. Mehr scheint der Film aber auch nicht Gutes zu haben. Die Geschichte plätschert vor sich hin, ohne dass das geringste Interesse an der Figur Captain Marvel entsteht. Brie Larson ist nicht kleinzukriegen und prügelt sich mit hölzernem Schauspiel durch die Gegend, wir fliegen ein bisschen durch die 90er Jahre Charts, deren Tracks ich nicht mal mehr nennen könnte und irgendwann kommt das typische Marvel-Finale. Während die anderen Filmen, die ein oder andere spannende Szene oder Idee haben, ist Captain Marvel geprägt von einer breiten Belanglosigkeit. Sowohl filmisch, als auch erzählerisch für das ganze MCU.

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