Film-Blurbs und die Kunst der Zitatverfälschung

Auf einem Billboard sieht man Werbung für das Filmmagazin.
Illustration: Theresa Zander

Sie sind fester Bestandteil fast jeder Marketing-Kampagne. Sie sind auf Filmplakaten, DVD-Boxen und manchmal auch in Trailern zu sehen: Blurbs! Die Kurzzitate, die unabhängigen Kritiken entnommen werden, sind ein geläufiges Mittel von Filmstudios, um ihren neustes Blockbuster zu bewerben.

Wenn schließlich Journalist*innen den Film toll fanden, dann muss ja irgendwas dran sein, oder? Sollte man meinen, doch in der Vergangenheit kam es imme wieder vor, dass PR-Abteilungen Schindluder mit Pressestimmen getrieben haben.

Seien es sinnentstellende Verkürzungen, aus dem Kontext gerissene Halbsätze oder gleich komplette Fälschungen. Die Liste an Verfehlungen ist lang und für Filmkritiker*innen ist es längst Alltag, dass an ihren Aussagen herumgedoktert wird. Das Verhältnis zwischen Presse und Marketing ist jedoch komplexer, als die Schuld einfach nur der Öffentlichkeitsarbeit in die Schuhe zu schieben.

So gibt es auch Journalist*innen, die auffällig häufig Urheber*innen eines Blurbs sind. Gerade dann, wenn ein Film größtenteils von der Kritik in der Luft zerrissen wird, scheint etwas foul zu sein. Im Podcast besprechen wir ein paar Blurb-Skandale der letzten Jahre und schauen uns die durchaus offene Wahrheitsdefinition Hollywoods genauer an.

Shownotes

AV Club: No, I didn’t call your shitty movie a “comedic masterstroke”

efilmcritic: Criticwatch – Shawn Edwards: The 2013 Quote Whore of the Year, Decade And Ever

Slate: ‘[Best] Film Ever!!!’ How do movie blurbs work?

Inside Edition: Movie Blurbs, The Inside Story

HollywoodBitchSlap (via Webarchive): Hyperbole For Sale: How Earl Dittman And The Studios Have Destroyed Film Criticism

The Guardian: How to flog a turkey

The Guardian: How my negative review of Legend was spun into movie marketing gold

Los Angeles Times: Inhale. Lie. Exhale. Lie.’

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