Anime

Anime
In dieser Episode vom Filmmagazin sprechen wir über Animes.

“Auf RTL II hab’ ich damals immer Dragonball / Inuyasha / Pokémon / Yu-Gi-Oh / Digimon / Detektiv Conan / … geschaut”. Fragt man Menschen zwischen 20 und 30, woher sie Animes kennen, wird man meist genau diese Antwort bekommen. Ab Ende der 1990er Jahre platzierte der TV-Sender Animes prominent im Nachmittags-Programm. Über mehrere Stunden liefen deutsch-synchronisierte Episoden japanischer Zeichentrickserien hintereinander. Es ging um die großen Emotionen, atemberaubende Kämpfe und fantastische Welten. Das alles so herrlich anders, als die deutschen und amerikanischen Kinderserien. Perfekt, um nach der Schule *hust* Hausaufgaben zu machen.

Die meisten wissen inzwischen, dass Animes alles andere sind, als ein kurzzeitiges Nischen-Phänomen. Längst gehören sie zum Mainstream dazu und sind zu einer internationalen Industrie geworden. Man könnte sie als “japanischen Exportschlager” bezeichnen. In dieser Folge wollen wir deshalb nicht erst erklären, was Animes eigentlich sind, sondern uns lieber auf mehrere interessante Aspekte konzentrieren, die mit dem Genre zutun haben.

Lucas und Martin fusionieren
Lucas und Martin fusionieren – gezeichnet von Sabrina Bochmann

Ein Netflix für Animes

Neue Animes fanden Ihren Weg zum deutschen Publikum lange Zeit per DVD oder illegalem Grauzonen-Online-Stream – lässt man das kleine Einsteiger-Angebot der Free-TV-Sender einmal außer Acht, das in den 2010er Jahren sowieso wieder nachgelassen hat. Doch auch hier hat sich einiges getan. Inzwischen gibt es einige legale Anime-Streaming-Portale in Deutschland. Eines davon ist “Anime on Demand“.

Mittlerweile gibt es fast alle neuen Anime-Titel auch in Deutschland legal online. Bis auf wenige Nischen-Titel wird inzwischen alles lizensiert. Wenn man Anime on Demand, Wakanim und Crunchyroll hat, kann man fast alles abdecken.

Christian Gebhardt (Anime on Demand)
Christian Gebhardt zusammen mit Lucas vor dem Studio
Christian Gebhardt zusammen mit Lucas vor dem Studio

Aber auch Branchenprimus Netflix produziert inzwischen eigene Animes. Auch wenn uns die Eigenproduktionen bisher nicht vom Hocker hauen – von “Devilman Crybaby” mal abgesehen – ist die Fülle an Fremdproduktionen inzwischen beachtlich. Und das ganz ohne Abo für ein separates Streaming-Portal. Für Gelegenheits-Anime-Zuschauer*innen also durchaus geeignet.

Fans informieren Fans

Wo es Interesse für ein Thema gibt, existiert auch eine Nachfrage nach den neusten Infos, Hintergründen und Trivias. Sucht man in Zeitungen, Zeitschriften oder bei den Öffentlich-Rechtlichen nach Anime-News wird man meist nur eins finden: Nichts. Dabei wäre es fast schon zu kurz gegriffen, Animes nur als Genre zu bezeichnen. Gerade in Japan sind sie eine eigene Mediengattung.

Zu sagen, dass Animes alle so sind, alle mit diesen großen Augen, alles ist dramatisch und alle sind Teenager in zu kurzen Klamotten, die in riesigen Robotern kämpfen, das wäre, wie wenn du bei Filmen sagen würdest: repräsentativ für jeden Film auf der Welt sind Michael Bays Transformers.

Baka (Anime-YouTuber)
Avatar unseres Gastes Baka
Baka im Filmmagazin

So entwickelten sich unterschiedliche Informations- und Kritikangebote aus der Fan-Szene heraus. Meist in Form von Foren oder YouTube-Kanälen. Die meist amerikanischen Angebote decken den größten Bedarf ab, folglich gibt es auf Deutsch nur wenige professionelle Anlaufstellen für Anime-Infos.

Vom Manga zum Anime oder doch andersherum?

Animes sind in Japan meist Teil eines ganzen Franchise-Projektes. Es wird so geplant, dass die Animes die Verkaufszahlen ihrer Manga-Vorlagen ankurbeln, dazu stehen dann häufig noch Videospiele und allerlei Spielfiguren auf dem Programm. In Deutschland sieht das Ganze etwas anders aus. Zu uns kamen zuerst die Animes, erst durch sie wurde bei einigen Fans das Interesse an Mangas geweckt.

Unsere Gästen Sabrina Schürer
Sabrina Bochmann im Filmmagazin

So war es auch bei Sabrina Bochmann, einer Zeichnerin (Mangaka), die sich Geschichten ausdenkt und im Selbstverlag Mangas herausgibt. Auch bei Ihr hat damals alles mit “Sailor Moon” und RTL II angefangen sowie mit ersten Manga-Zeichenbüchern. Heute gibt sie selbst Workshops und ist auf Conventions anzutreffen. Bei uns im Podcast erzählt sie vom Fan-Sein und ihrer Liebe zu Mangas und Animes.

Linkliste – Shownotes

Allgemein

Wikipedia zu Anime

“Der Animationsmarkt in Japan” Artikel von Freddy Litten aus Japan aktuell als PDF 

“Ga-netchū! : the manga anime syndrome” Buch zum Thema – Bibliotheks-Link

Masterarbeit an der Uni Bielefeld als PDF von David Werner

Ein Netflix für Animes

Anime on Demand

Crunchyroll

Wakanim

Unsere Kritik zu Devilman Crybaby

Fans informieren Fans

Bakas YouTube-Kanal

Gemeinschafts-Youtube-Projekt Unlimited Ammo

Ninotaku als größter deutscher Anime-YouTuber

Vom Manga zum Anime oder doch andersherum?

Sabrinas Fanseite auf Facebook

Sabrina auf Instagram

Fanarts von Sabrina auf Animexx

Manga-Comic-Con auf der Leipziger Buchmesse

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