Asphaltgorillas

El Keitar (Kida Khodr Ramadan) ist extrem sauer: Seiner Meinung nach bringt ihm Atris' (Samuel Schneider, m.) neue Begleiterin Marie (Ella Rumpf) nicht genügend Respekt entgegen. © 2018 Constantin Film Verleih GmbH
El Keitar (Kida Khodr Ramadan) ist extrem sauer: Seiner Meinung nach bringt ihm Atris' (Samuel Schneider, m.) neue Begleiterin Marie (Ella Rumpf) nicht genügend Respekt entgegen. © 2018 Constantin Film Verleih GmbH


Lasst die Affen aus dem Zoo! So kommen wahrscheinlich Gorillas auf den Stadtasphalt und in eure Kinos. Nach einem langen Ausflug in das Bibi & Tina-Universum widmet sich Detlev Buck dem Berliner Untergrund in Asphaltgorillas. Der wilde Mix aus Gangsterdrama, Romanze und tarantinoesker Inszenierung mit John-Wick-Einschlag basiert auf einer Kurzgeschichte von Ferdinand von Schirach, in der ein junger Mann endlich auf seinen eigenen Gangsterfüßen stehen will. Asphaltgorillas startet am 30. August 2018 in den Kinos.

Atris (Samuel Schneider) hat kein Bock mehr nur der Handlanger von seinem Boss El Keitar (Kida Khodr Ramadan) zu sein. Da kommt ihm gerade recht, dass er auf seinen alten Kumpel Frank (Jannis Niewöhner) trifft, der einen dicken Fisch an der Angel hat und natürlich Hilfe braucht. Frank will von den Triaden in Polen Falschgeld abkaufen und Atris muss eigentlich nur seine körperliche Präsenz zeigen. Scheinbar ein sicheres Ding. Scheinbar.

Damit die Geschichte nicht zu einem reinen Gangsterdrama verkommt, mischt Buck noch einige Elemente bei. Atris’ Mutter versucht ihn seit jeher mit einem Mädchen zu verkuppeln, doch er hat darauf nur wenig Lust und verguckt sich in die Diebin Marie (Ella Rumpf). Es entbrennt ein wildes Katz-und-Maus-Spiel mit zahlreichen Cameos der Rapperszene (SXTN, SSIO), in einer Stadt durchzogen von Neonlichtern.

Asphaltgorillas will viel und wahrscheinlich zu viel. Versinkt man gerade in das Genre des Dramas und fängt an, diese Welt ernst zu nehmen, ist der nächste seichte Gag nicht mehr weit. Parallel wird der Klischeeregler ganz weit aufgedreht und jeder hat seine fest Rolle. Atris ist der smarte hübsche Junge, der einfach nur aus dem dirty Business raus möchte, Frank ist der Tollpatsch, der tolle Pläne hat, aber die in der Ausführung nicht immer die besten sind, El Keitar ist halt der Gangsterboss, wobei sich Kida Khodr Ramadan scheinbar in einer Spirale aus Typecasts verfangen hat und dann ist noch Marie, als Gegenpart von Atris mit fast ähnlichen Attributen.

Wenn der Abspann über die Leinwand flimmert, weiß man Asphaltgorillas gar nicht richtig zuzuordnen. Hängen bleiben ein fantastisch inszenierter Faustkampf und eine starke Choreo der asiatischen Killerin (Uisenma Borchu). Im Hauptteil bewegt man sich irgendwo zwischen einer Härte von 4 Blocks und Teeniehumor à la Bibi & Tina.

Guckstempel Mittel

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=g4otl_ORfZQ
Geschrieben von
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