Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

© 2017 Twentieth Century Fox

Wer nichts mehr zu verlieren hat, der hat auch keine Angst zu scheitern. Nachdem ihre Tochter brutal ermordet wurde und sich der Täter immer noch auf freiem Fuß befindet, entschließt sich Mildred Hayes drei Reklametafeln als Warnung und gleichzeitige Kriegserklärung an die örtliche Polizei aufzustellen. Doch diese Aktion ist nicht nur der Auslöser von Verständnis, sondern auch der Beginn einer Welle des Hasses.

Eine eigentlich tief traurige Ausgangssituation wird uns zu Beginn von Three Bildboards präsentiert. Hauptfigur Mildred (Frances McDormand) ist desillusioniert und droht auch noch ihren einzigen Sohn zu verlieren. Die dünn besiedelte Stadt scheint sich in Lethargie zu üben, während Polizeibeamte wie Jason Dixon (Sam Rockwell) immer mal wieder die Böden ihrer Bierflaschen erreichen. Doch, was Regisseur und Drehbuchautor Martin McDonagh aus dieser Konstellation zaubert, beeindruckt einen mit schwarzem Humor, hassens- aber doch liebenswerten Figuren und einer Geschichte, die nur ganz selten den einfachen Weg nimmt.

Die nächsten 20 Minuten dieses ungewöhnlichen Genremixes aus Drama, Thriller und Komödie überraschen einen fast immer mit einer ungewöhnlichen Wendung und mit Figuren, die zunächst so einfach zu durchschauen scheinen. Mal wechselt der Film auch kurzzeitig die Perspektive und rückt eine ganz andere Figur in den Mittelpunkt. Ein Wagnis, das ganz leicht jedes Tempo aus dem Film hätte nehmen können, doch stattdessen reichert es die Geschichte noch mehr an und trägt zu diesem Gesamtkunstwerk in erstaunlicher Weise bei.

Wer auch nur ein bisschen Interesse nach dem Anschauen des Trailers verspürt und keine Angst vor ambivalenten Figuren hat, sollte Three Bildboards unbedingt sehen. Ein herausragender Film mit solch konträr zueinander laufenden Themen, die am Ende jedoch ein harmonisches Ganzes ergeben.

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