Ist “Dark” nur das deutsche “Stranger Things”? – Serientipp

In der Kleinstadt Winden spielen sich mysteriöse Dinge ab: Kinder verschwinden, das örtliche Atomkraftwerk pflegt eigene Geheimnisse und dann wird auch noch eine Leiche gefunden. All das findet sich zwischen dem alltäglichen Kleinstadtwahnsinn von kaputten Familien, jeder kennt jeden und “was sollen denn die Leue denken?” In diese Handlung tauchen wir in der neuen (und ersten!) deutschen Netflix Produktion “Dark” ein. Mit weniger Getöse als um “Babylon Berlin” aber dafür einer durchdachteren und einfacheren Veröffentlichungsstrategie. Man kann nämlich die erste Staffel im Ganzen wegsuchten, sofern man das möchte und das ohne lange zu rätseln.

Netflix lässt freie Hand

Laut Regisseur Baran bo Dar hatte das Team bei der Produktion relativ freie Hand. Netflix hielt sich stark zurück, gab aber Hilfestellungen um “Dark” auch international schaubar zu halten. Wir waren recht angetan. Mangelt es zwar an sympathischen und interessanten Charakteren, so ziehen einen die mysteriösen Geschehnisse trotzdem in ihren Bann. Die Bildgewalt kann auch mit englischsprachigen Produktionen mithalten.

Parallelen zu Stranger Things

Die Serie springt zwischen zwei Zeitschienen. Wir starten im Jahr 2019, werden aber regelmäßig in die 80er Jahre geholt, da das mysteriöse Verschwinden von Kindern in dieser Zeit seinen Ursprung hatte und sich nun zu wiederholen scheint. Da liegt der Vergleich zu “Stranger Things” natürlich nahe. Auch die düstere Stimmung, die visuelle Umsetzung, die teilweise an Stephen King erinnert, lassen den Zuschauer sofort an die amerikanische Kultserie denken. Denn auch hier begleiten wir des Öfteren Jugendliche, die im Wald an Bahnschienen entlang laufen. Dem Vergleich wird sich die Serie sicher öfter stellen müssen.

Eine bewusste Kopie kann es aber nicht sein. So begann man die Arbeit an “Dark” noch bevor Staffel 1 von “Stranger Things” verfügbar war. Die große Ähnlichkeit ist da wahrscheinlich eher dem Zufall und ähnlichen filmischen Vorbildern geschuldet. Ein deutscher Abklatsch vom amerikanischen Grusel ist es auf jeden Fall nicht und hat einen ganz eigenen Ton. Wir sind also gespannt, wohin sich die Handlung entwickeln wird und geben eine vorsichtige Empfehlung ab.

Guckstempel Mittel
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Shownotes: 

Bilder: © Netflix 2017

Über den/die Autor/in

Anne Feuerhack
Anne Feuerhack

Anne Feuerhack moderiert das Filmmagazin schon von Anfang an. Als unsere Frauenbeauftragte achtet sie darauf, dass Martin, Lucas und Ilja nicht zu viel Spaß während der Sendung haben. Um die Wartezeit auf ihren Brief von Hogwarts zu überbrücken, befüllt sie Instagram mit Bildern ihrer krassen Strickskills und der Sexy Schweiz.

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