Blutfontänen im Hotel oder tot sein, ohne es zu merken? – Wolf Speer im Interview über Horrorfilme


Der Oktober weilt nicht mehr lange unter uns und die Toten beginnen demnach so langsam, ihre Gräber zu verlassen. Geister von Verstorbenen und Verstoßenen suchen alte Herrenhäuser heim und die Vampire streifen ihren Glitzer-Look ab und wittern saftige Hälse. Ganz klar, die Halloween-Zeit ist da und streckt ihre knochigen Hände aus. Auch für Filmfans ist der Gruselmonat die Entschuldigung, um alte Horrormeilensteine und vergessene Perlen herauszukramen.

In unserer 30. Podcast-Folge haben wir uns bereits mit Horrorfilmen beschäftigt und einen Professor über die Wirkungen und Motive dieses Genres befragt – aber das ist natürlich nur die Spitze des modrigen, blutüberlaufenden Eisberges! Es gibt noch so viel mehr über Horrorfilme zu bequatschen. Daher haben wir uns einen großen Gruselfan zum Interview eingeladen, der zu einem guten Glas Teenieblut selten nein sagen kann. Ehemals bei Game One Redakteur gewesen, jetzt bei Inside Playstation und beim YouTube-Kanal SexyCripples. Die Rede ist natürlich von Wolf Speer.

Im Interview befragen wir ihn über seine ersten Schritte und Erfahrungen im Horrorgenre. Die VHS-Sammlung seines Vaters öffneten für ihn die Tore zur Hölle und bescherten ihm erste Erlebnisse mit Filmen, wie Unten am Fluss, Der Dunkle Kristall oder ein Teil der Nighmare on Elm Street-Reihe. Danach ging es mit Stephen King Büchern weiter und damit war die Saat gesät:

Nach der ersten Grundinitialzündung ist das alles auf sehr nährreichem Boden gefallen. Zum Glück, möchte ich sagen.

Im Gespräch diskutieren wir auch über die These, dass scheinbar besonders Horrorfilme unter Qualitätsschwankungen leiden und nach einem erfolgreichen Film gleich dutzende Klone und Fortsetzungen auf den Markt geworfen werden. Nach Wolf sind Horrorfilme im Vergleich mit anderen Genres auch leichter zu drehen und können nach einem kurzem Storyabriss schnell in Produktion gehen. Fans müssen nach den Ausnahmen suchen und entdecken dann vielleicht einen echten Rohdiamanten:

Man muss auch sagen, so ein Horrorfilm ist relativ schnell gedreht und produziert. Man muss sich nur mal angucken, was auf den ganzen Streaming-Portalen an Horrorfilmen unterwegs ist. Da sind nicht nur die Kracher, sondern auch alles, was unter dem Radar läuft. Und da ist auch ganz schön viel Gerümpel dabei.

Was Wolf an aktuellen Horrorfilmen besonders ankotzt? Die allseits beliebten Jump-Scares mitsamt verfluchtem Haus:

Gerade dieses Jump-Scare Einerlei findet für mich sehr oft in diesen völlig totgelaufenen Spuk-Geschichten statt. Also ich kann es nicht mehr hören, irgendeine Familie in den 70er bezieht ein neues Haus und nachts hören sie [Schnarchgeräusch]. Da schlafen mir direkt die Füße ein.

Am Ende des Interviews stellten wir ihm Entweder-oder-Fragen, die noch einmal seinen Horrorfilmgeschmack präzisierten. Dabei erfahren wir, ob Wolf lieber unstillbaren Hunger auf Menschenfleisch hätte oder einer verwirrten Krankenschwester mit Führsorgekomplex ausgeliefert sein würde. Sehr wichtige und investigative Fragen also!

Vielen Dank an Wolf für das sehr schöne Gespräch. Wer mehr über Horrorfilme wissen will und erfahren möchte, was wir von It Follows oder Get Out halten, kann sich die 30. Folge unseres Podcastes anhören. Viel Spaß!

Episode 30 – Hier ist irgendwas ganz komisch…

Über den/die Autor/in

Martin Dietrich
Martin Dietrich

Martin Dietrich war beim Filmmagazin erst nur ein kleines Licht. Durch eine sehr intelligente und unblutige List konnte er sich den zweiten Moderationsplatz ergattern. Jetzt geht er auch nicht mehr weg und lässt jeden wissen, dass Tom Hardy und Emma Stone als Götter vom Himmel herab kamen und uns den Film schenkten.

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