“Ich bin mit mir im Reinen” – Uwe Boll im Interview

Es gibt nur wenige Deutsche in Hollywood, die sich einen Namen gemacht haben. Hans Zimmer und Ramin Djawadi als Komponisten oder Daniel Brühl, Diane Krüger und Christoph Waltz als begnadete Schauspieler. Ob man Uwe Boll Dazu zählen kann, darüber scheiden sich die Geister. In über 30 Filmen führte er Regie, gleichzeitig erhielt er aber mehrfach die Goldene Himbeere für seine Werke.

Uwe Boll
Uwe Boll

Nach Rampage (2016) war nun endgültig Schluss. Im August 2017 erschien seine Autobiografie “Ihr könnt mich mal” im Kick Verlag. Ein Grund für uns mal nachzufragen, wie Uwe Boll zu Uwe Boll wurde und wer ihn bei einer möglichen Verfilmung spielen soll.

Dass es mir in der Branche und bei Institutionen extrem geschadet hat, dass ist ganz offensichtlich. […] Diese ganzen Sachen sind das Resultat, aus der Art und Weise wie ich bin.

– Uwe Boll über sein loses Mundwerk

Wer auf Bolls Filme blickt, begegnet den Themen Folter, Amoklauf und Krieg. Gewalt spielt damit eine zentrale Rolle in seinem Schaffen. Diese und ihre Auswirkungen sind dabei oft explizit und offen dargestellt, dass diese Form der Darstellung nicht immer Fans findet, ist abzusehen. Schnell besteht die Gefahr in voyeuristische Bereiche abzusteigen – ein Drahtseilakt, den Uwe Boll immer wieder und gerne bemüht.

Der Nonkonformist

Ich hab’ hier ein Email von Til Schweiger gekriegt, er hat es sich schon durchgelesen und meinte, er hat oft gelacht, aber er merkt eben auch eine Melancholie in dem Buch.

– Uwe Boll über seine kürzlich erschienene Autobiografie

Nicht nur seine Filme stellen den Zuschauer vor scheinbar unüberwindbare Grenzen, sondern auch die persona non grata selbst. Uwe Boll sucht immer wieder die Konfrontation mit seinen Gegnern, so lud er seine schärfsten Kritiker zu einem Boxkampf gegen ihn ein. Und auch sonst ist Boll kein Mensch, der sich ein Blatt vor den Mund hält. Seine offene Art in Interviews und Audiokommentaren fällt sofort auf. Fast wäre er sogar Außenminister geworden.

In unserem kurzen Plausch geht es nicht nur um Boll und seine Filme, sondern auch um seinen Weg zum Film, Karrierehürden, wie man Ben Kingsley oder Jason Statham für seine Filme bekommt, das Aussterben von physischen Filmträgern und BOLLFLIX sowie schlussendlich um seine Autobiografie “Ihr könnt mich mal!: Vom Kurzfilmer in Burscheid zum meistgehassten Regisseur Amerikas“. Auf 240 Seiten gewährt euch Uwe Boll einen Einblick in sein bewegtes Leben in der Filmindustrie. Erschienen am 28. August 2017 im Kick-Verlag (18 Euro).

Über den/die Autor/in

Ilja Almendinger
Ilja Almendinger

Ilja Almendinger ist der Fachmann für die grobe Mettwurst. Geboren mit der VHS-Kasette in der Hand und Michael Jackson im Ohr schaut er jeden Zach Braff-Film, auch von hinten nach vorne. Im Podcast flüstert er den Moderatoren gerne schlüpfrige Sachen ins Ohr.

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Schweigen ist Silber, Reden ist Gold. Und am besten redet es sich eben über Filme und Serien! Das ist ein wahrer Fakt. In unserem Podcast sprechen wir mit Euch über Filme an sich, Filmwirtschaft und Filmkultur. Das Filmmagazin wird moderiert von Martin Dietrich und Anne Feuerhack.
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