“Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten” – Kurzkritik


Früher war alles besser. Früher gab es Star Wars ganz traditionell im Mai und die SciFi-Fans hatten einen Grund mehr, die angenehm gekühlten Kinosäle zu besuchen. Diese Zeiten sind vorbei. Star Wars gibt es nur noch im Winter und wer nicht gerade auf Marvel-Comichelden steht, hat schlechte Karten. Luc Bessons “Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten” kommt da gerade richtig. Zwar ist Valerian auch nur eine Comicvorlage, bringt aber viele neue Ideen mit, die man anderweitig noch nicht gesehen hat. Leider ist Europas teuerster Film nicht ganz reif geworden und scheitert hauptsächlich an seinem Cast.

Alpha, eine ehemalige Raumstation wie die ISS, ist zu einem Planeten mutiert. Zahlreiche Wesen bevölkern dieses unnatürliche Konstrukt. Alpha ist eine Stadt mit tausend Planeten. Die Stadt wird jedoch von dunklen Kräften bedroht. Im Kern von Alpha ist etwas, das nicht nur die Station bedroht, sondern das ganze Universum. Aufhänger genug für die beiden Spezialagenten der Erde, Valerian (Dane DeHaan) und Laureline (Cara Delevingne), der Sache nachzugehen und diese Bedrohung zu entschärfen. Soweit so episch.

Valerian entspinnt sich zu einem klassischen SciFi/Fantasy-Abenteuer mit ziemlich coolen Ideen. Waffen, die Schutzschilde schießen, Märkte in anderen Dimensionen oder allein der computerspielhafte Ritt von Valerian durch die Planeten der Stadt. Die Bilder machen Spaß und Lust auf mehr. Aber nur, so lange die beiden Hauptcharaktere nicht auftauchen. Die sind immer wieder zu viel Salz in der schon bunten Suppe und wirken wie aus einer anderen Welt, wobei es hier doch schon viele gibt. Keine wirkt jedoch passend. Dane DeHaan steckt irgendwo zwischen physischen Antagonisten und Möchtegern-Han Solo mit Sprücheautomatik. Cara Delevingne ist Model und wird entsprechend gern in Bikinis gesteckt. Valerian bleibt bedingt schaubar, ohne zu viele Highlights zu bieten. Uns haben jedoch die Hauptcharaktere so weit gestört, dass eher eine Empfehlung für die heimische Couch statt der Kinoleinwand ausgesprochen werden kann.

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Artikelbild: Universum Film

Über den/die Autor/in

Ilja Almendinger
Ilja Almendinger

Ilja Almendinger ist der Fachmann für die grobe Mettwurst. Geboren mit der VHS-Kasette in der Hand und Michael Jackson im Ohr schaut er jeden Zach Braff-Film, auch von hinten nach vorne. Im Podcast flüstert er den Moderatoren gerne schlüpfrige Sachen ins Ohr.

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