“Baby Driver” – Kurzkritik

Fünf Sterne blinken auf dem Bildschirm. Hinter einem zehn heulende Polizeiautos, Straßensperren und der Hubschrauber hat auch schon seinen Suchscheinwerfer auf einen ausgerichtet. Dazu noch den richtigen Soundtrack und die wilde Verfolgungsjagd kann losgehen. Was wie eine typische Szene aus Gand Theft Auto klingt, ist der neuste filmgewordene Streich von Edgar Wright. Ein musikgetriebener Heist-Movie.

Baby (Ansel Elgort) ist ein begnadeter Fahrer. Zum richtigen Beat hat die Polizei keine Chance gegen ihn. Er fährt für Doc (Kevin Spacey) ausnahmslos alle Aufträge, da er noch etwas wieder gut machen muss. Doch so ganz im Reinen ist er nicht mit der Sache. Die Aufträge fordern immer wieder Menschenleben und verliebt ist er auch noch. In die zauberhafte Debora (Lily James) – reimt sich auf Zebra. Zeit für Baby, einen Schlussstrich zu ziehen. Doch das Ganze ist nicht so einfach, wie er sich das vorgestellt hat.

Die Szenerie klingt nach einem typischen Raubüberfall-Film. Heiße Verfolgungsjagden, coole Sprüche, ein bisschen Liebe und ein Happy End. Das stimmt soweit auch, nur wird sie mit einer gehörigen Prise Musik gewürzt. Jede Einstellung ist eine Spiegelbild des Soundtracks. Jede Bewegung ist auf den Takt abgestimmt. In jeder Szene fängt man intuitiv an, mit dem Fuß zu wippen. Baby Driver ist ein außergewöhnlicher Film und bringt frischen Wind in den heißen Sommer zusammen mit Dunkirk. Aber ist es auch das außergewöhnliche Meisterwerk, das seit Wochen hergebetet wird? Dem können wir nicht ganz folgen. Unseren Guckstempel kriegt Edgar Wrights Ausflug in das Gansterbusiness meets LaLaLand trotzdem.

Über den/die Autor/in

Ilja Almendinger
Ilja Almendinger

Ilja Almendinger ist der Fachmann für die grobe Mettwurst. Geboren mit der VHS-Kasette in der Hand und Michael Jackson im Ohr schaut er jeden Zach Braff-Film, auch von hinten nach vorne. Im Podcast flüstert er den Moderatoren gerne schlüpfrige Sachen ins Ohr.

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