“13 Reasons Why” – Serientipp

Die Schule. Für viele eigentlich ein Ort des Lernens, der ersten Liebe, der ersten Schritte zum Erwachsenwerden. Aber die Schule kann auch ganz schnell zum Albtraum werden. „13 Reasons Why“ bzw. „Tote Mädchen lügen nicht“ zeigt diesen Albtraum und beschäftigt sich mit einem äußerst schweren Thema: Selbstmord. Die Serie wird heiß diskutiert und muss sich von vielen Seiten den Vorwurf anhören, Suizid zu glorifizieren. Wir haben uns die Netflix-Produktion mal genauer angesehen und die Bedenken vieler Zuschauer diskutiert.

Hannah Bakers Schule steht unter Schock. Die 17-Jährige hat sich für den Freitod entschieden und hinterlässt viele gebrochene Menschen, aber auch 13 Kassetten, die sie vor ihrem Tod aufgenommen hat. Dort erklärt sie haargenau die Gründe für ihr Handeln und erzählt, was ihr in den letzten Monaten an der High-School passiert ist. Diese Kassetten werden nach und nach denjenigen überreicht, die für einen dieser 13 Gründe verantwortlich sind. Hauptcharakter Clay bekommt als einer der letzten die Box mit den 13 Kassetten – eine Box mit vielen unbequemen Wahrheiten.

„13 Reasons Why“ erzählt eine tieftraurige Geschichte mit tollen Darstellern, die ihre Figuren jederzeit glaubhaft darstellen. Viele der Bewohner der klassisch amerikanischen High-School erscheinen erst nur als Klischee, werden aber im Laufe der Handlung demaskiert. So ergibt sich am Ende ein mehrschichtiges Bild gebrochener Personen. Bis man dieses sieht, sollte man aber keine temporeiche Serie erwarten. Die 13-teilige Serie ist etwas zu lang und muss für ihren konstruierten Plot manchmal eine Wiederholungsrunde drehen. In den letzten Folgen greift die Serie aber wieder und die emotionale Wucht dieser Erzählung ist nicht mehr von der Hand zu weisen.

Für sensible Zuschauer oder Menschen, die unter Mobbing leiden, könnte das Dargestellte aber auch zu heftig sein – gerade wenn man nicht die komplette Serie geschaut hat. Ob es „13 Reasons Why“ wirklich verpasst, die gesamten Auswirkungen eines Selbstmordes zu zeigen, wollen wir nicht völlig ausschließen. Es zeigt aber, was am Ende übrigbleibt: Ein Schmerz, der nicht mehr aufhören wird.

Hilfe holen ist keine Schande. Wer Selbstmordgedanken hat oder jemanden kennt, kann sich hier beraten lassen.

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Bilder: © Netflix 2017

Über den/die Autor/in

Martin Dietrich
Martin Dietrich

Martin Dietrich war beim Filmmagazin erst nur ein kleines Licht. Durch eine sehr intelligente und unblutige List konnte er sich den zweiten Moderationsplatz ergattern. Jetzt geht er auch nicht mehr weg und lässt jeden wissen, dass Tom Hardy und Emma Stone als Götter vom Himmel herab kamen und uns den Film schenkten.

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