“The Founder” – Kurzkritik


Ray Kroc (Michael Keaton), Vertreter für Milchshake-Mixer, hat Anfang der 1950er Jahre nur äußerst mäßige Erfolge vorzuweisen. Als er zufällig von einem revolutionären Schnellrestaurant im kalifornischen San Bernardino hört, wittert er die Chance seines Lebens.

So oder so ähnlich beginnen viele Filme vom amerikanischen Traum. Man muss nur hartnäckig sein, dann kommt der Erfolg von ganz allein. Dieses Motiv findet sich auch in The Founder wieder. Mit dem Weg des Fastfoodriesen McDonald’s vom kleinen Familienunternehmen zum weltweiten Franchise, widmet sich Regisseur John Lee Hancock einer amerikanischen Institution.

Leider funktioniert der Film nicht ganz. Mit Rey Kroc als Bösewicht und Protagonist zugleich weiß man als Zuschauer nie genau ob man den Massenkapitalismus den er verkörpert nun feiern oder verurteilen soll. Dabei ist der Ansatz ein Biopic nicht als eine reine Lobeshymne zu gestalten durchaus innovativ. Nur an der Umsetzung hapert es. Irgendwie ist es doch zu zuckersüß und weichgespült. Die Kritik am System kommt also leider nicht direkt beim Zuschauer an. Zu viele unterschiedliche Themenpunkte fliegen an einem vorbei. A la House of Cards bricht auch Rey Kroc die vierte Wand und spricht uns direkt an. Das wirkt ein wenig aufgesetzt und lässt noch mehr Verwirrung aufgekommen. Es wirkt, als könne sich der Film nicht zwischen Hommage und Kritik entscheiden.

Für Liebhaber von Retro-Logos, Petticoats und aufwändigem, historischem Kostümdesign hat der Film durchaus einiges zu bieten. Beim Thema Handlung muss man allerdings Abstriche machen. So hätte unsere Redaktion lieber mehr über die McDonald’s Brüder, als tragische Verlierer, erfahren.

Am 20. April startet der Film in den deutschen Kinos.


Titelbild: ©splendid-film

Über den/die Autor/in

Anne Feuerhack
Anne Feuerhack

Anne Feuerhack moderiert das Filmmagazin schon von Anfang an. Als unsere Frauenbeauftragte achtet sie darauf, dass Martin, Lucas und Ilja nicht zu viel Spaß während der Sendung haben. Um die Wartezeit auf ihren Brief von Hogwarts zu überbrücken, befüllt sie Instagram mit Bildern ihrer krassen Strickskills und der Sexy Schweiz.

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