Klassiker Sehen – Filme verstehen

Erinnert ihr euch noch an den Fernseher ohne Kabelanschluss dafür mit einem VHS-Gerät im Klassenzimmer? Immer wenn das Ding in der Steckdose steckte, war die Freude groß. Kein Frontalunterricht, keine Gruppenarbeit, sondern das Beste was man sich vorstellen konnte: Fernsehen! Leider waren die Kassetten meistens mit irgendwelchen Dokus gefüllt oder es wurden langweilige Erklärvideos (Wie faltet sich dieses Gebirge zusammen? Spannend!) abgespielt. Dass das spannender geht, beweist das Projekt “Klassiker sehen – Filme verstehen” der Deutschen Filmakademie und der Bundeszentrale für politische Bildung.

In diesem Projekt wird Filmgeschichte an Schulen vermittelt. Schüler ab der 9. Klasse haben die Möglichkeit, sich mit Filmklassikern als Kulturerbe auseinanderzusetzen und Spielfilme so viel tiefer zu verstehen. Dass die Faltung des Gebirges kein interessanter Film ist, das ist klar. Viel mehr haben die Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit klassischen Themen zu beschäftigen. So zum Beispiel Jugendfilme aus vergangene Zeiten, Vampire, Western, Hitchcock oder Science Fiction. Der Ablauf ist simpel: Zunächst muss der Lehrer geschult werden, damit diese auch weiß, worüber derjenige spricht. Der Kinobesuch ist das Herzstück dieses Projekts. Über zwei Jahre werden pro Halbjahr zwei Klassiker der Filmgeschichte gezeigt und anschließend über die Filme diskutiert. Gemeinsam mit einem Filmpädagogen tauchen die Schüler tiefer in die Materie und schauen auf die inhaltlichen und stilistischen Aspekte der jeweiligen Spielfilme. Zum Schluss wird das Projekt in einem Bericht von den Jugendlichen festgehalten.

Wir finden das Projekt ziemlich spannend und wären gerne wieder in der 10. Klasse, um den Lehrer sowie die Klasse ins Kino zu locken. Wo kann man sonst öde Schule mit Filmen, wie Star Wars, Erbarmungslos, Nosferatu oder Vertigo verbinden? Vor allem ist das Projekt vielfältig in der Unterrichtsfächern umsetzbar, ob Deutsch, Englisch, Kunst, Musik, Darstellendes Spiel, Geschichte, Politik, Sozialkunde, Ethik oder gar Religion. Die Bewerbungsfrist endet am 10. April 2017. Für uns als Cineasten ein tolles Projekt!

Über den/die Autor/in

Ilja Almendinger
Ilja Almendinger

Ilja Almendinger ist der Fachmann für die grobe Mettwurst. Geboren mit der VHS-Kasette in der Hand und Michael Jackson im Ohr schaut er jeden Zach Braff-Film, auch von hinten nach vorne. Im Podcast flüstert er den Moderatoren gerne schlüpfrige Sachen ins Ohr.

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Schweigen ist Silber, Reden ist Gold. Und am besten redet es sich eben über Filme und Serien! Das ist ein wahrer Fakt. In unserem Podcast sprechen wir mit Euch über Filme an sich, Filmwirtschaft und Filmkultur. Das Filmmagazin wird moderiert von Martin Dietrich und Anne Feuerhack.
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