“The Girl With All The Gifts” – Kurzkritik


Irgendwo in Großbritannien. Eine Militärbasis. Kinder sitzen, gefesselt an Rollstühle, in einem kargen Raum und reden über die Griechische Mythologie. Diese Kinder sind etwas besonderes, sie sind die letzten Überreste der Menschheit. Nach dem Ausbruch einer Pilzinfektion hat sich die Menschheit in willenlosen Untote verwandelt, die ganz schön Appetit auf Fleisch haben. Auch die Kinder sind infiziert, können aber diesen willenlosen Drang beherrschen, weil ihr Verstand noch funktioniert. Natürlich müssen sie als Versuchskaninchen herhalten, da sie die letzte Chance sind für ein Heilmittel. Dementsprechend werden grausame Experimente mit ihnen angestellt. So weit eine klassische Zombiegeschichte.

Euch erwartet in The Girl With All The Gifts aber eine weitaus klügere Geschichte rund um die Untoten, als die modernen Vertreter wie The Walking Dead oder Resident Evil. Im Vordergrund steht Melanie, eines der Kinder. Sie ist klug, interessiert an der Welt und nicht wirklich die klassische Untote. Als die Militärbasis von den Horden überrannt wird und die letzten der letzten Überlebenden nun fliehen müssen, kann bzw. muss Melanie ihr Können unter Beweis stellen. Dabei zeigt sie, dass sie den Menschen in der neuen Welt überlegen ist. Ab einem bestimmten Punkt stellt der Film die Frage, welche Welt nun die richtige ist. Ist die Suche nach einem Heilmittel überhaupt sinnvoll oder ist unsere Zombifizierung der nächste logische Schritt in der Entwicklung der Menschheit? So wie damals unsere Vorfahren von den Bäumen kletterten und später den aufrechten Gang einnahmen. Hier ist auch die Besonderheit von The Girl With All The Gifts. Der Mensch wird von seinem Thron der Evolution gerissen. Der Film zeigt die Untoten nicht nur als willenlosen Horden dar, sondern stellt gewissermaßen das Genre des Zombiefilms in Frage.

Ihr seid hungrig auf Fleisch und mehr Zombies? Hört doch mal in Episode 24 rein. Florian Krautkrämer erzählt uns viele Details über die Entwicklung des Popkulturphänomens “Zombie” und wir haben uns den heutzutage unguckbaren Dawn of the Dead oder den Zombievampirhybriden Warm Bodies angeschaut.

Artikelbild: Universumfilm

Über den/die Autor/in

Ilja Almendinger
Ilja Almendinger

Ilja Almendinger ist der Fachmann für die grobe Mettwurst. Geboren mit der VHS-Kasette in der Hand und Michael Jackson im Ohr schaut er jeden Zach Braff-Film, auch von hinten nach vorne. Im Podcast flüstert er den Moderatoren gerne schlüpfrige Sachen ins Ohr.

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