“Wilde Maus” – Kurzkritik

Der Musikkritiker Georg verliert seinen Job und damit gerät sein Leben aus den Fugen. Das Regiedebüt von Josef Hader erzählt eine Geschichte voller Fehlkommunikation und Wehmut, weiß uns jedoch nicht so richtig zu überzeugen. Irgendetwas fehlt.

Auf die Straße gesetzt von einem Deutschen. So ergeht es dem langjährigen und angesehenen Musikkritiker Georg (Josef Hader) nach seiner Kündigung. Er schwört Rache, aber erstmal muss er seine Niederlage vor Freundin Johanna (Pia Hierzegger) verstecken, die auch noch die ganze Zeit versucht schwanger zu werden. Keine einfache Konstellation. Seine neue Freiheit genießt er am Prater in Wien und lernt Erich (Georg Friedrich) sowie seine rumänische Freundin Nicoletta (Crina Semciuc) kennen. Es entspinnt sich eine Geschichte von Rache, Wehmut und fehlender Kommunikation, gepaart mit dem so typischen österreichischen Humor. Ganz passend scheint der Ausdruck “Middle Age Revenge Comedy” zu sein.

In seinem Regiedebüt versucht Hader ein vielfältiges Spektrum an Themen zu vereinen und zu einem Ziel zu führen. Leider bleibt uns dieses Ziel irgendwie verwehrt. Immer wieder erhalten wir einen schonungslosen ungemütlichen Einblick in die Welt von Georg, nun getrieben vom neuen Funken der Rache, und gleichzeitig sehen wir, wie diese Welt in sich zusammenbricht und von neuen Hoffnungsschimmern entfacht wird. Aber wohin soll der neue Weg führen bzw. soll es einen neuen Weg geben? In den gut zwei Stunden werden wir auch nicht so wirklich schlau draus. Wir erleben irgendwo das Leben da draußen mit einer bitterbösen Note des Humors.

Wilde Maus startet am 9. März in Dresden im Programmkino Ost und in der Schauburg. Am 10. März ist Josef Hader zu Gast in Körners Corner im PK Ost.

Bild: Ioan Gavril (Majestic)

Über den/die Autor/in

Ilja Almendinger
Ilja Almendinger

Ilja Almendinger ist der Fachmann für die grobe Mettwurst. Geboren mit der VHS-Kasette in der Hand und Michael Jackson im Ohr schaut er jeden Zach Braff-Film, auch von hinten nach vorne. Im Podcast flüstert er den Moderatoren gerne schlüpfrige Sachen ins Ohr.

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