Die verzweifelte Rückkehr zum Horror-Meilenstein – Alien: Covenant in der Vorschau

Na, was schleimt und schlitzt da? Die Xenomorphs sind es und krabbeln bald wieder auf die Kinoleinwand. Vor kurzem erschien der neue Trailer. Da stellt sich die Frage, was man von der „Prometheus“-Fortsetzung erwarten darf…

Ridley Scott kann nicht so ganz loslassen. Mit „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ schaffte er fast alles, was man als Regisseur erreichen kann: er definierte ein Genre, erschuf eines der bekanntesten Filmmonster, half einer Frau zur ersten Action-Ikone und verewigte sich mit legendären Szenen. Und das alles mit seinem erst dritten Film. Kein Wunder also, dass er irgendwann zu seinem Baby zurückkehrte. 2012 war es soweit und es erschien wieder ein Alien-Film unter seiner Obhut. Nur war „Prometheus“ – man kann es nicht anders sagen – enttäuschend und grotesk schlecht geschrieben. Wunderschön gefilmt, aber mit einem solch unausgegorenen Drehbuch ausgestattet, dass jeder Versuch, dieses zu verfilmen, scheitern musste. Aber das ist jetzt fünf Jahre her und damit war genug Zeit, die Story-Zügel wieder an sich zu reißen und mit neuen Ideen zu begeistern. Also Alien-Covenant, was bist du?

 

Natürlich fällt sofort der Titel auf. Statt Prometheus 2, heißt es jetzt wieder Alien. Die schlechten Reaktionen auf den ersten Teil haben wohl ihre Wirkung gezeigt. Statt eines Spin-Offs im Alien-Universum, will man direkt an die Wurzeln des Klassikers anknüpfen – an den guten Namen des Klassikers dann gleich mit. Prometheus wollte ein eigenständiger Film sein mit Alien-DNA. Das hier wird wahrscheinlich eine richtige Vorgeschichte…

…Aber eben auch eine Fortsetzung zu Prometheus. Das sieht man unter anderem an Michael Fassbenders Rolle. Er spielt in einer Doppelrolle die beiden Androiden David und Walter. Beide stammen aus derselben Bau-Reihe, daher das ähnliche Aussehen. David überlebte die Prometheus-Expedition und befindet sich nach dem Ende von Prometheus voraussichtlich auf dem Alien: Covenant Planeten. Dort hat er wahrscheinlich einiges über die Menschenerschaffer, die Konstrukteure (engl. Engineers), herausgefunden und dient im Film mutmaßlich als Erklärbär für die seltsamen Vorkommnisse.

 

Und noch eine Verbindung zum Vorgänger. Die Vorstufe zum richtigen Xenomorph, vom Internet Deacon genannt, taucht auch in Covenant auf. Der Ansatz, die verschiedenen Evolutionsstufen des Aliens zu zeigen, wird also beibehalten. Da aber die Herkunft des Deacons in Prometheus sehr (!) schwammig erklärt wurde, besteht hier die Gefahr von einem erneuten Storystrang, der nur nicht zufriedenstellend behandelt wird.

 

Dieses Schmuckstück kennt man noch nicht. Ein weißes Alien, ähnlich dem Deacon, das sich gerade an einem Menschen vergnügt. Da die Xenomorphs Meister der Anpassung sind, gibt’s dann vielleicht auch Schnee auf dem Planeten? Oder einfach nur noch eine Vorstufe?

 

Wow, das sieht toll aus. Hoffentlich wird beantwortet, was hier passiert ist. Die Person im Mantel in der Mitte, ist wahrscheinlich keines der Crew-Mitglieder aus Alien-Covenant, die auf dem fremden Planeten landen. Könnte einer der Konstrukteure sein oder jemand ganz anderes – auf jeden Fall vielversprechend.

Dann noch viele, viele Bildzitate gemopst vom ersten Alien-Film aus dem Jahr 1979. Herr Scott bedient sich hoffentlich nicht nur bei sich selbst. Der Zuschauer kennt diese Szenen zu Genüge, selbst wenn er noch nie einen Alien Film gesehen hat.

 

Zum Schluss doch noch das Prunkstück der Serie. Es wirkt in dieser kurzen Szene leider mehr als hirnloses Hau-Drauf-Monster, statt dem cleveren Lüftungsschacht-Jäger. Überhaupt sind die letzten 20 Sekunden des Trailers sehr actionreich. Kein gutes Zeichen, wenn Scott einen Gruselfilm inszenieren will.

Also, was bleibt nach dem ausführlichen Trailer? Die Story wird wahrscheinlich wieder ziemlicher Murks. Trotz der Namensänderung will man wohl die angefangenen Story-Fäden aus Prometheus nicht ganz ablegen. Diese sind allerdings so verquer kryptisch und willkürlich, dass Logik-Lücken vorprogrammiert sind. Die Bilder sehen dafür wieder toll aus. Also ein Prometheus 2.0? Nicht unwahrscheinlich, aber vielleicht überrascht uns auch das schlecht gelaunte Langkopf-Alien mit ungeahnter Qualität.

Bildmaterial: Alien: Covenant / Offical Trailer

Über den/die Autor/in

Martin Dietrich
Martin Dietrich

Martin Dietrich war beim Filmmagazin erst nur ein kleines Licht. Durch eine sehr intelligente und unblutige List konnte er sich den zweiten Moderationsplatz ergattern. Jetzt geht er auch nicht mehr weg und lässt jeden wissen, dass Tom Hardy und Emma Stone als Götter vom Himmel herab kamen und uns den Film schenkten.

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