“Elle” – Kurzkritik

Paul Verhoeven startet wieder durch. Mit Sex, Gewalt und Rache gelingt dem Niederländer ein Comeback indem er die  Themen demoralisiert und mit Humor bepackt. Wir sind uns nur nicht sicher, wer ist Täter und wer Opfer.

Nach über 15 Jahren ist Paul Verhoeven wieder da und präsentiert mit Elle einen Rape-Revenge-Thriller ganz neuer Kategorie. Die Geschichte beginnt klassisch mit einer Vergewaltigung der erfolgreichen Unternehmerin Michèle. Anstatt diese Tat zur Anzeige zu bringen, versucht sie den Angreifer selbst zu stellen und es entbrennt ein Rollenspiel, bei dem nicht ganz klar ist, wer Opfer oder Täter ist. Viel besser als die ganzen Pseudograutöne des erotischen Rollenspiels, die den biederen Zuschauer mit seinen heimlichen Fantasien in die großen Kinos ziehen.

Elle zeichnet vor allem das Spiel mit etablierten Handlungsmustern aus. Immer wieder werden wir überrascht von Handlungen, die wir nicht erwartet haben oder doch erwarten, aber nicht verstehen. Innerlich flehen wir zu Michèle es nicht zu tun, weil es nicht “richtig” ist. Aber was ist schon richtig und wer bestimmt es überhaupt? Fragen, die der Film aufwirft, aber nicht zu beantworten vermag. In diesem Drahtseilakt wird Elle von der Hauptdarstellerin Isabelle Huppert besonders stark getragen. Sie verleiht Michèle die gewisse Glaubwürdigkeit, so dass das Konstrukt des Films durchaus ehrlich und überzeugend wirkt.

Elle startet am 16. Februar in Dresden u.a. im Kino in der Fabrik, Programmkino Ost, Thalia, cinemaxX. Der Film wurde mit dem Golden Globe für die beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet und für den Oscar für selbige Kategorie nominiert.

Über den/die Autor/in

Ilja Almendinger
Ilja Almendinger

Ilja Almendinger ist der Fachmann für die grobe Mettwurst. Geboren mit der VHS-Kasette in der Hand und Michael Jackson im Ohr schaut er jeden Zach Braff-Film, auch von hinten nach vorne. Im Podcast flüstert er den Moderatoren gerne schlüpfrige Sachen ins Ohr.

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